Leckerlis & Co - Woraus besteht eigentlich Hundefutter?

Habt ihr einmal einen Blick auf die Zusammensetzung eures Hundefutters geworfen und euch gefragt, was denn eigentlich Rohasche und tierische Nebenerzeugnisse sind? Damit unsere Fellnasen ein langes und glückliches Hundeleben genießen können, ist es ausschlaggebend was sie tagtäglich zu sich nehmen. Wir wollen einen genaueren Blick auf die Inhaltsstoffe im Hundefutter werfen und Leckerlis und Kausnacks unserer Vierbeiner unter die Lupe nehmen.

Deutsches Futtermittelrecht
Obwohl es manchmal so scheint, dürfen Futtermittelhersteller nicht alles in das Hundefutter machen, was ihnen gefällt. Dies regelt das Deutsche Futtermittelrecht, mit ihrer Futtermittelverordnung und dem Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch. Die Hersteller sind folglich an gesetzliche Vorgaben zu den Inhaltsstoffen im Hundefutter gebunden.
So ist es beispielsweise in der Futtermittelverordnung §8 gesetzlich geregelt, dass Futtermittel keine “unerwünschten Stoffe” enthalten dürfen. Dazu zählen, zum Beispiel, Blei, Blausäure und das in Schokolade enthaltene Theobromin, welches bei Einnahme unter anderem für Hunde und Katzen lebensgefährlich ist. Die Verordnung (EG) Nr. 767/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates regelt zusätzlich das auch u.a. Kot und Urin nicht in Tierfuttermittel enthalten sein darf.
Diese gesetzlichen Grundlagen sorgen dafür, dass jedes käufliche Hundefuttermittel in Deutschland unserem Vierbeiner nicht per se schadet.

 

Reihenfolge der Inhaltsstoffe

Neben den Inhalten selbst, ist ebenso die Kennzeichnung dieser gesetzlich geregelt. So heißt es in der Verordnung (EG) Nr. 767/2009, dass die Inhaltsstoffe “in abstei­gender Reihenfolge nach Gewicht“ aufgelistet werden sollen. 
Doch es lohnt sich auch einen Blick in die Nährstofftabelle des Hundefutters zu werfen. Hier geben die Eiweiß- und Kohlenhydratangaben Auskunft über die Inhaltsstoffe - ein hoher Eiweißanteil zeigt einen hohen Fleischanteil auf, ein hoher Kohlenhydratanteil einen hohen Getreideanteil (oder Kartoffelanteil).
Mit dieser Information könnt ihr nun einschätzen, welche Zutat am meisten in dem Futter eures Hundes vorhanden ist - ein Blick lohnt sich.

Fleischmehl, Rohasche & Co
Viele Begriffe in der Liste der Inhaltsstoffe sorgen bei den HundehalterInnen erst einmal für Ahnungslosigkeit. Einige analytische Begriffe aus dem Futtermittelrecht möchten wir darum für euch erläutern:
 
Fleischmehl (auch Geflügel- oder Rindermehl): getrocknetes gemahlenes Fleisch
Rohasche: nach einem Verbrennungsprozess übrig gebliebene wichtige Mineralstoffe und Spurenelemente im Futter, wie Kalzium, Eisen oder Magnesium). Diese Angabe sagt also etwas über die Qualität des Hundefutters aus. 
Rohprotein: Eiweißmenge im Futter, die vom Hund wirklich aufgeschlossen und verwertet werden kann. Der optimale Richtwert befindet sich zwischen 20 und 25%.
Rohfaser: nach einem Kochvorgang übrig gebliebenen Bestandteile, die nicht Fett, Eiweiß oder Asche sind, wie zum Beispiel Zellulose. Diese faserigen Pflanzenbestandteile enthalten auch Ballaststoffe und sind wichtig für die Verdauung des Hundes.  Der optimale Richtwert befindet sich zwischen 2-3%.
Rohfett: Anteil des Futters, der sich in einer Fettlöse auflöst. Der optimale Richtwert befindet sich bei über 5%.


Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse

Bestimmt habt ihr euch auch schon einmal gefragt, was denn mit tierischen Nebenerzeugnissen gemeint ist. Die Futtermittelverordnung regelt den Begriff folgendermaßen:
“Alle Fleischteile geschlachteter warmblütiger Landtiere, frisch oder durch ein geeignetes Verfahren haltbar gemacht, sowie alle Erzeugnisse und Nebenerzeugnisse aus der Verarbeitung von Tierkörpern oder Teilen von Tierkörpern warmblütiger Landtiere”.
Tatsächlich erfasst dieser Begriff alles außer Muskelfleisch. So können in diesem Fall beispielsweise Organe, wie Leber und Lunge enthalten sein, aber auch Schlachtabfälle, wie Hörner und Fell. Da diese Inhaltsstoffe erstmal nicht per se schlecht für den Hund sind, muss Futter mit dieser Zusammensetzung auch nicht automatisch abgelehnt werden. Wichtig ist vielmehr, dass ihr eine genaue Auflistung der Fleischerzeugnisse vorfindet.


Getreide
Obwohl Getreide als Inhaltsstoff an sich nicht zu verurteilen ist, sollte es bei einem hochwertigen Hundefutter jedoch nicht an erster Stelle stehen. Wie bereits erläutert, sind die Inhaltsstoffe in Futtermitteln absteigend nach Menge aufgelistet. Da Hunde sogenannte Karnivoren sind, also sich größtenteils von tierischem Gewebe ernähren, steht Getreide nicht ganz oben auf ihrer Nahrungsliste. Steht Getreide also an erster Stelle in der Liste der Zusammensetzung, solltet ihr aufhorchen und euch nach einem anderen Produkt umschauen.
Da Hunde aber Kohlenhydrate zum gesunden Leben brauchen, ist Getreide jedoch nicht pauschal abzulehnen. Als sogenannte Beutefresser ernähren sich Hunde nicht nur vom feinen Muskelfleisch der Beute, sondern verspeisen beispielsweise auch die Mägen der Beutetiere, welche mit pflanzlichen Fasern gefüllt sind. Ebenso hat sich der Hund im Laufe seiner Domestizierung durch den Menschen auch an dessen Ernährung angepasst. Wie auch beim Menschen, stieg im Laufe der Zeit die Fähigkeit Stärke zu verdauen und diese als Energielieferant zu nutzen. 
Es geht also vielmehr um eine ausgewogene hochwertige Ernährung. Getreide, aber auch Gemüse, Hülsen- oder Ölfrüchte werden auch unter dem Begriff “pflanzliche Nebenerzeugnisse” subsumiert. Auch bei diesem Begriff gilt: ganz vorne in der Liste ist eher kein gutes Zeichen für ein hochwertiges Hundefutter.

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