Der Hund im eigenen Bett - eine Frage der Perspektive

Sind wir ganz ehrlich: Als Hundebesitzer/in gibt es nichts Schöneres als mit dem geliebten Vierbeiner zu kuscheln und gemeinsam auf der Couch oder im Bett zu liegen. Auch dein Hund, der als Rudeltier nichts mehr liebt, als in deiner Nähe zu sein, wird sich wohl fühlen, wenn er die Nacht bei dir verbringen kann. Doch gerade unter Nicht-HundebesitzerInnen trifft der im Bett schlafende Hund auf wenig Verständnis.
Wir gehen dem Ganzen mal auf die Spur und schauen uns die vermeintlichen Gründe einmal genauer an, weshalb ein Hund nicht mit ins Bett sollte:
1. Es ist unhygienisch
Hunde machen Dreck. Das ist erst einmal ein Fakt. Sie laufen mit ihren Pfoten sowohl innerhalb als auch außerhalb der Wohnung herum. Die meisten Hunde verlieren zusätzlich noch ihr Fell. HundebesitzerInnen sind es gewohnt regelmäßiger sauber machen zu müssen. Wenn der Hund im Bett schläft, empfiehlt es sich natürlich die Bettwäsche etwas öfter zu waschen. Alternativ kann man der Fellnase aber auch eine eigene Decke mit ins Bett legen. 

2. Würmer und ähnliches werden so auf den Menschen übertragen

Ja, sollte dein Hund Würmer oder Flöhe haben, ist es sehr wahrscheinlich, dass diese auch auf dich übertragen werden, wenn dein Hund mit dir das Bett teilt. Die Übertragung dieser Parasiten ist jedoch auch wahrscheinlicher allein aus dem Grund, dass du einen Hund besitzt. Da sich Würmer und Flöhe des eigenen Haustieres auf vielfältige Weise übertragen lassen, ist dies kein wirklich schlagkräftiges Argument. Sobald ein Haustier mit in der Wohnung wohnt, sollte man sich dessen also bewusst sein. Sehr wichtig ist es daher seinen Hund regelmäßig bei der Tierärztin/dem Tierarzt des Vertrauens entwurmen und durchchecken zu lassen. Egal, ob er mit im Menschenbett schläft, oder nicht.
3. Es kann zu Problemen mit der Rangordnung kommen
Der Begriff der Rangordnung ist im Verhältnis von Mensch und Hund fehl am Platz. Dein Hund weiß, dass du kein Hund bist und steht somit in einem ganz anderen Beziehungsgefüge zu dir, als zu anderen Hunden. Doch auch unter Hunden in einem Rudel ist die Beziehung wesentlich komplexer und dynamischer als der Begriff Rangordnung vermuten lässt. Wenn der Mensch mit konsequenten wohlwollendem Verhalten in die Beziehung zu seinem Hund geht, ist auch das Schlafen im Bett kein Problem.
4. Es führt für den Menschen zu unruhigem Schlaf
Je nach Größe des Hundes sorgt ein Hund im Bett natürlich für weniger Platz und kann sich auch viel bewegen. Doch unruhiger Schlaf ist keine wahrscheinliche Konsequenz, wenn der geliebte Vierbeiner im Bett schlafen darf. Eine im Jahr 2018 veröffentlichte US-amerikanische Studie belegte vielmehr, dass Frauen, die ihr Bett mir ihrem Haustier teilten morgens ausgeruhter waren, als Frauen, die ohne Haustier die Nacht verbrachten. Dies könnte daran liegen, dass sich die Menschen einfach wohler und geborgener fühlen, wenn die geliebte Fellnase bei einem schläft. Die Schlafqualität leidet also, laut der Studie, nicht darunter, wenn das eigene Haustier mit im Bett schläft. Auf der anderen Seite, gibt es aber auch Menschen, die generell besser alleine schlafen. 
5. Wenn der Hund einmal im Bett schläft, wird man ihn nicht wieder los
Es ist für einen Hund in der Tat nicht verständlich, warum er von einem auf den anderen Tag nicht mehr im Bett schlafen darf. Darum ist es hilfreich sich gleich von Beginn an zu entscheiden, ob man den Vierbeiner im Bett schlafen lassen möchte oder nicht. Doch keine Sorge, bei den meisten Hunden wird auch eine spätere Absage ans Bett funktionieren. Es geht hierbei schlichtweg um eins: Konsequenz. Sobald die Entscheidung getroffen wird, sollte sie möglichst nicht mehr geändert werden. Sich jeden Tag umzuentscheiden, würde den Hund nur verwirren. Er ist und bleibt ein Routinetier.
6. Trennungsangst kann durch das gemeinsame Schlafen im Bett noch verstärkt werden
Dadurch, dass Hunde Rudeltiere sind, lieben sie es in deiner Nähe zu sein, wie zuvor erwähnt. Sie würden am liebsten jede Minute des Tages an deiner Seite verbringen. Umso mehr Zeit der Mensch mit dem Hund verbringt, desto stärker kann auch das Bedürfnis des Hundes sein nie alleine zu sein. So kann der Vierbeiner es auch lieben mit im Bett zu schlafen. Jedoch kann dies die sogenannte Trennungsangst noch verstärken, weil es keine Barieren mehr gibt, kein Raum oder Möbelstück, welches nur dem Menschen gehört. 

Wie du siehst, es gibt viele Argumente, die dafür und dagegen sprechen, einen Hund mit im Bett schlafen zu lassen. Letztendlich muss es jedoch jeder Hundebesitzer/jede Hundebesitzerin selbst entscheiden, ob der eigene Vierbeiner mit ins das Bett darf.

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Quellen: 

https://magazin.mydog365.de/erziehung/methoden/rangordnung/

https://www.forschung-und-wissen.de/nachrichten/medizin/frauen-schlafen-mit-hund-im-bett-besser-13372754


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